Samstag, November 21, 2009

Jüdische Organisationen: Nein zum Minarettverbot!

Derzeit sieht es so aus, als seien Broder, Giordano und eine Handvoll anderer Radikalinskis die einzigen bekannten Figuren mit jüdischem Hintergrund, die einen kleinen "Religionskrieg" zwischen Juden und Muslimen befeuern. Ähnlich wie aktuell die "Jüdische Allgemeine" hat sich jetzt auch in der Schweiz ein jüdisches Bündnis gegen einen Fremdenhass ausgesprochen, der sich als "Religionskritik" zu tarnen versucht. In einer Pressemitteilung von Ende Oktober bekräftigen der Schweizerische Israelitische Gemeindebund und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz ihre Ablehnung einer Initiative der politischen Rechten gegen den Bau von Minaretten:

Sie sprechen sich im Sinne der Gleichbehandlung und der Gerechtigkeit entschieden gegen jede Art von Gesetzen aus, welche nur für bestimmte Religionsgemeinschaften gelten sollen.

Die Initiative verstösst gegen die in der Verfassung verankerte Religionsfreiheit. Diese umfasst auch das Recht für die Glaubensgemeinschaften, im Rahmen der geltenden Baugesetze ihre Gotteshäuser errichten zu dürfen.

Die Initiative gefährdet ausserdem den Religionsfrieden und hemmt die Integrationsbemühungen der Muslime in der Schweiz.

Als eine der ältesten Minderheiten in der Schweiz ist die jüdische Gemeinschaft heute in der Gesellschaft etabliert und integriert. Aber gerade weil die jüdische Gemeinschaft weiss, was Diskriminierung bedeutet, sieht sie es als Pflicht, sich aktiv gegen Diskriminierung, für Religionsfreiheit und für Religionsfrieden einzusetzen. Dieses Engagement ist ganz im Sinne der jüdischen Tradition.

SIG und PLJS verschliessen ihre Augen aber auch nicht vor der Gefahr extremer religiöser Ausrichtungen. Sie nehmen die Ängste der Bevölkerung, dass extremes Gedankengut in der Schweiz verbreitet werden könnte, ernst. Doch ein Verbot von Minaretten vermittelt den Muslimen in der Schweiz ein Gefühl der Ausgrenzung und Diskriminierung und löst keine Probleme.

Für ein friedliches Zusammenleben ist bedeutend, was in den Kirchen, Moscheen und Synagogen vermittelt wird, nicht wie diese aussehen. Nur eine Stärkung rechtstaatlicher Prinzipien kann letztlich die Antwort auf jegliche Art von Extremismus sein.


Wie etwa aus der Blogroll dieses Blogs deutlich wird, ist meine Idealvorstellung ein breites Bündnis von Juden, Muslimen, Christen, Atheisten usw. gegen sämtliche Versuche, Ressentiments und Hass zwischen den einzelnen Gruppen zu schüren. Offenbar sind wir hier bis auf eine Handvoll versprengter Einzelkämpfer auf einem guten Weg.

Freitag, November 20, 2009

Jüdische Allgemeine über Pro Köln und Politically Incorrect: "Geheuchelte Israelfreundlichkeit nur Mittel zum Zweck"

Die "Jüdische Allgemeine" berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe auf Seite 2 über vorgebliche Israelfreundlichkeit zur Kaschierung der wahren Gesinnung. Ein Auszug:

PI ist ein sich proamerikanisch und proisraelisch gebendes Portal, das sich dem Kampf gegen eine »Islamisierung Europas« verschrieben hat. (…) Zu den »Leitlinien« von PI gehört auch ein Bekenntnis zu Israel. So will man sich zum einen gegen den Vorwurf des Rechtsextremismus immunisieren. Zum anderen sehen die PI-Macher den jüdischen Staat als eine Art Außenposten im Kampf gegen die von ihnen halluzinierte muslimische Weltverschwörung. Dass PI sich auf Pro-Köln-Demos tummelt, sorgt für Reibungsverluste: Für deren Führungsspitze sei »diese geheuchelte Israelfreundlichkeit nur Mittel zum Zweck« und nicht mehr als »eine unliebsame Fassade«, urteilt René Emmerich. Der ehemalige Pro-Jugendbeauftragte für Köln, ein glühender Neonazi, verließ die Gruppierung im Mai und schloss sich den »Freien Kräften« an.


"Ziel ist es, Fremdenhass als harmlose Kritik am Islam zu kaschieren" lautet eine Zwischenüberschrift des Artikels, den man hier online lesen kann.

Wie so viele andere fand ich die geheuchelte Israelliebe so mancher Islamophoben von Anfang an durchschaubar. Fragwürdigen Journalisten wie Henryk Broder und Michael Miersch ist es damit offenbar anders gegangen.

Donnerstag, November 19, 2009

Der Hass zieht Kreise

Eines der ersten Opfer der islamophoben Attacken war der deutsche Juraprofessor Mathias Rohe, der sich auf Rechtsvergleichung zwischen Europäischem Recht und Scharia-Recht spezialisiert hat. In der schlimmsten Mail, die er bekam, liest man: "Sie schmieriger Dhimmi, Sie sind also auch einer von jenen verbrecherischen Hochverrätern, die Deutschland an den faschistoiden, totalitären und zutiefst imperialistischen Islam verraten und verkaufen wollen." Der anonyme Schreiber fährt fort: "Ich werde mich unglaublich bereichert fühlen, wenn Ihresgleichen, am Halse aufgehangen, am Baukran baumelt. Und wenn Ihnen dann die Visage blau anläuft, die Zunge aus dem Maul hängt, Ihr Schließmuskel versagt und Sie ein letztes Mal unter sich machen, dann, ja dann, werde ich bereichert sein. Ein Einheimischer."

(...) Gegenwärtig belästigen die Ortsgruppen (!!!) des berüchtigten Weblogs "Politically Incorrect", PI, Dr. Sabine Schiffer, eine Medienwissenschaftlerin, anerkannte Expertin auf dem Gebiet Antisemitismus und Islamophobie und Mitglied der vom Innenministerium durchgeführten Deutschen Islamkonferenz. So „besuchen“ sie ihre Vorträge, um sich dort Gehör zu verschaffen (...) Bislang ist es ihnen nicht gelungen, ihr Ziel zu erreichen, Schiffer zu „zerlegen“, doch sie posteten bereits eine Menge Schmähkritik und Verleumdungen – und kaum verhüllte Aufforderungen, Schiffer zu „besuchen“, mit Gruppenfoto vor dem Haus, in dem das Institut für Medienverantwortung seine Räume hat.


Dr. Maryam Dagmar Schatz berichtet darüber, wie weit es die Islamophoben inzwischen treiben.

Mittwoch, November 18, 2009

Wenn Moslems töten

Die BILD mal wieder.

Donnerstag, November 12, 2009

"Von der Gesinnung zur Tat"

"Der Mörder von Marwa el-Sherbini ist verurteilt – sein Weltbild aber teilen viele, auch in Deutschland." Das merkt heute der "Tagesspiegel" an. Ein Auszug aus dem Artikel:

Ob es um die Charakterisierung des Islam als „gefährliche und verrückte Religion“ ging, ob er sich über Muslime verbreitete, die sich „nicht anpassen“, sondern die Gesellschaft unterwandern wollten, ob er Toleranz als riskant brandmarkte oder das Kopftuch, das Marwa el-Sherbini trug, als Symbol der Unterdrückung, als Beleidigung seiner, der „deutschen“ Kultur, als Anblick, den er nicht ertragen müsse: Die wesentlichen Scharniere des ideologischen Gerüsts von Alex W. sind selbst in vielen bildungsbürgerlichen Köpfen verschraubt, und mit den Kopftuchgesetzen der Länder sind Versatzstücke solchen Denkens sogar rechtsverbindlich geworden. Dass Gesinnung und Tat hier nicht zu trennen waren, hatte vor Tagen vor allem das Plädoyer von Heiko Lesch nachgezeichnet, dem Bonner Rechtsanwalt, der den Witwer als Nebenkläger vertrat. Auch die Kammer erkannte den immer wieder geäußerten Ausländerhass von Alex W. als wesentliches Tatmotiv.


Hier findet man den vollständigen Beitrag.

Donnerstag, Oktober 29, 2009

"Grüne Nazis"?

Sie hetzen gegen den „Multikulti-Terror“, vergleichen den Koran mit „Mein Kampf“ und fordern, islamische Länder mit Atomwaffen zu bombardieren. Einige linksextreme Gruppen sehen im Islam die größte Bedrohung der Welt und ziehen in ihren Forderungen weit rechts an den Rechtsextremen vorbei.


Hier geht es weiter.

Henryk M. Broder Coverboy der "Jungen Freiheit"

Die aktuelle Ausgabe der "Jungen Freiheit" hat Henryk M. Broder auf ihr Titelbild genommen. In dem Artikel "Unbequem und schmerzhaft" heißt es über Broder: "Er hat erkannt, daß institutionalisierte Einschüchterung, geschichtspolitische Indoktrination und abgepreßte Schuldbekenntnisse zu einer Sklavenmoral geführt haben, die den Selbstbehauptungswillen gegen das Ausgreifen des Islamismus sabotiert. Wie Ralph Giordano spürt er, daß der Antifaschismus, an dem er eigentlich nichts auszusetzen hat, zur Funktion einer machtbewußten Religion mutiert und auf diesem Umweg seine Kinder zu fressen beginnt."

Hm. Ich habe ja selbst mal zwei oder drei Beiträge für die "Junge Freiheit" geschrieben, aber allmählich tendiert sie mir doch zu weit nach rechts.

Dienstag, Oktober 27, 2009

Die Muslime sind selbst schuld, wenn sie umgebracht werden

Bartel wörtlich: "Wir müssen fragen, warum dieser Angeklagte getötet hat. Dazu darf man nicht die Augen vor den gesellschaftlichen Umständen in diesem Land verschließen. Ist der Mandant ein fanatischer Einzeltäter mit Ausländerhass? Vielleicht. Aber da ist auch das Bild des Islam in Politik und Medien. Ich spreche nicht von den Anschlägen 2001, sondern von den täglichen Meldungen über Attentate." Bei den Muslimen herrsche jedes Mal "betretenes Schweigen", wenn von Ehrenmorden und Aufrufen zu Anschlägen die Rede sei. Ein "Bild der Barmherzigkeit" biete der Islam gerade nicht. Und dies müsse schließlich zugunsten des Angeklagten berücksichtigt werden. Im Klartext: Die Muslime sind doch selbst schuld.


Die Saat geht auf, und Spiegel-Online tut überrascht.