Dienstag, September 14, 2010

Gewaltforscher: "Es fehlt an einer Männerbewegung"

Das Deutschlandradio hat den Sozialwissenschaftler Hans-Joachim Lenz im Interview zum Thema "häusliche Gewalt gegen Männer". Er schildert dabei noch einmal, wie leicht er sich vom Frauenministerium hat instrumentalisieren lassen – aber eigentlich interessant ist der folgende Absatz. Er beginnt mit einigen überfälligen Wahrheiten und endet in einer frechen Lüge.

Das Dramatische bei diesem Thema ist allerdings, dass auf der politischen Ebene sozusagen an der Verstärkung dieser traditionellen Rollenklischees gearbeitet wird. Selbst wenn es große Programme gibt von Gender Mainstreaming und Geschlechterpolitik - in der Tiefe dieser Programme steckt sozusagen die Annahme, dass der Mann der Starke ist und die Frau die Schwache. Die Frau muss geschützt werden und der Mann, der ist stark und der hat kein … der ist nicht schutzwürdig. Er muss sozusagen gucken in Situationen, wo er eigentlich in Not ist, dass er selber klarkommt, während bei Frauen das inzwischen anerkannt wird. Wobei man ja auch sagen muss, es war nicht immer so. Das Thema Gewalt gegen Frauen ist auch erst in den letzten 30 Jahren durch die Frauen mit einer ganz großen politischen Kraft in die Öffentlichkeit gebracht worden. Die 400 Frauenhäuser, die wir haben, gibt es auch nur, weil dahinter eine soziale Bewegung steht. Und das Dramatische bei den Männern ist sozusagen, dass die politische Bewegung bei den Männern fehlt, die dieses Thema nach außen bringt.


Natürlich gibt es seit einigen Jahren eine solche politische Bewegung mit Gruppen wie MANNdat und AGENS. Nur hatte der gute Herr Lenz noch in der Gründungsphase von AGENS nichts Eiligeres zu tun, als einem radikalen Feministen eine Distanzierung von dieser Bürgerrechtsbewegung zu übermitteln, statt gestaltend daran mitzuwirken. Wenn er sich dann hinterher darüber beklagt, dass es keine Männerbewegung gebe, dann ist das eine klare Lüge. Die Wahrheit ist, dass sich die existierende Männerbewegung nicht Lenzens politischen Vorstellungen unterwirft (unter anderem weil sie keine Lust hat, sich in ähnlicher Weise wie er vom Frauenministerium vorführen zu lassen). Die von Ihnen vorgeblich gewünschte Männerbewegung ist auf dem Plan, Herr Lenz. Nur Sie stehen lieber abseits.