Samstag, März 05, 2011

Leserbrief (Israel und die arabische Welt im SPIEGEL)

Einer meiner Leser berichtet mir über den aktuellen SPIEGEL folgendes:

Die aktuelle Ausgabe enthält ein Interview mit dem selbstkritischen israelischen Historiker Tom Segev (S. 94).

Zu Beginn wird er gefragt, was man in Israel über die Umstürze in der arabischen Welt denke. Seine Antwort: Seit der Staatsgründung sei man "davon ausgegangen, dass wir besser sind als die Araber. Jetzt aber merken wir: Das sind keine rückständigen Menschen mehr. Auf einmal stehen wir vor einer neuen Situation - dass die arabische Welt vielleicht genauso demokratisch denkt wie wir, vielleicht sogar demokratischer. Wo bleiben wir da? Wir sind doch die einzige Demokratie im Nahen Osten!"

Er bejaht die Frage, ob Israel sich "künftig an seinen Nachbarn messen lassen" müsse. Und sagt, während "sich die arabische Welt demokratisier(e), wird in Israel die Demokratie schwächer. Wir haben einen Außenminister, dessen Partei man mit rechtsradikalen Bewegungen in Europa vergleichen kann. Die Demokratie in Israel ist in Gefahr, und diese Bedrohung ist größer als die von außen."

Bisher habe man in Israel die Araber "nur als Gefahr und immer von oben herab" betrachtet.

Keine Annung, ob Segev von "Lizas Welt" oder der "Achse" schon mal als "jüdischer Antisemit" diffamiert wurde. Wenn nicht, dürfte das nach diesem Interview bald zu erwarten sein, meinen Sie nicht auch?


Klar. Er hat Israel kritisiert. Kann nur noch eine Frage der Zeit sein.