Freitag, November 12, 2010

taz: "Kristina Schröders Kritik am Feminismus ist richtig"

Kristina Schröders Kritik am Feminismus alter Schule ist richtig. Alice Schwarzers offener Brief an die Ministerin zeugt von ihrer Verblendung


befindet inzwischen auch die Berliner tageszeitung und gelangt nach einem längeren Artikel – manchen Punkten darin mag man zustimmen, anderen nicht – zu dem Fazit:

Lese ich aber Alice Schwarzers offenen Brief an die Ministerin Schröder, dann habe ich (...) das Gefühl, dass sie die Frauen schwach und unterdrückt braucht, um sich als ihre Heldin und Befreierin installieren zu können. Kristina Schröder, die ihre Karriere unter anderem auch dem Feminismus verdankt, und die Mehrheit der jungen Frauen wenden sich von Alice Schwarzer und noch deutlicher von diesem Feminismus ab. Sie fühlen, dass die alte Kämpferin genau jenen Weg versperrt, den sie öffnen wollte und geöffnet hat. Ihr Feminismus kann sich in die Rente verabschieden.


Nun stimme ich nicht mit allem überein, was die "taz" hier schreibt – etwa dass Kristina Schröder ihre Karriere auch dem Feminismus verdanke. Die Süddeutsche Zeitung hatte hierzu dieser Tage alles Notwendige gesagt; auch gelangen beispielsweise in der feminismusfreien Türkei mehr Frauen in höchste Positionen als hierzulande. Aber kein Mensch kann von einem Sturmgeschütz des Feminismus wie der "taz" erwarten, dass sie mit ihrer Meinung von jetzt auf gleich komplett umschwenkt. Sie beginnt ein Rückzugsgefecht, und schon das sagt einiges.