Mittwoch, März 21, 2007

Die Saat geht auf

Die Islamophobie, die es natürlich nicht gibt, schreitet munter voran: In der Schweiz werden Menschen inzwischen nur deshalb nicht eingebürgert, weil sie Muslime sind; in Niedersachsen beginnt jetzt wie zuvor schon in München eine, wie die taz es nennt, „Terror-Hatz an Hochschulen“:

Niedersachsens Universitäten sollen terroristische Schläfer jagen. Als "auffällig" gelten künftig bereits "muslimische Studenten, die sich einschreiben, ohne Leistungsnachweise zu erbringen", sagte ein Sprecher von Innenminister Uwe Schünemann (CDU).

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Samstag, März 17, 2007

„In Deutschland kaum Islamisten“

Nicht der Islamismus, sondern ungleiche Bildungschancen und politische Ausgrenzung erschweren die Integration von Muslimen in Deutschland.


Auch die “Deutsche Welle“ berichtet inzwischen über die Erkenntnisse der ICG.

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Donnerstag, März 15, 2007

ICG: Deutsche Muslime empfinden Gedankenpolizei als feindselig und diskriminierend

Die International Crisis Group (ICG) ist der Wikipedia zufolge eine „renommierte nichtstaatliche Organisation, welche im wesentlichen von US-Stiftungen finanziert wird und seit Ende der 1990er Analysen und Lösungsvorschlägen zu internationalen Konflikten liefert“. In ihrem Vorstand sitzt unter anderem der deutsche Politiker Friedbert Pflüger (CDU). Jetzt hat diese Organisation einen Report Islam and Identity in Germany herausgegeben. Ein Auszug:

The experience of Germany, with the largest Muslim population in Western Europe after France, shows that a significant Muslim population at the heart of Europe need not produce either violent Islamist groups or destabilising social unrest. (…) Neither political nor jihadi currents of Islamism have had much appeal for those of Turkish origin, three quarters of the Muslim population, and the handful of terrorist suspects that have been found have been either German converts or dual nationals of Arab origin. But there are issues that must still be addressed more effectively if the genuine integration that will ensure social peace and stability is to be created.


Während Türken in Deutschland über mehrere Jahrzente hinweg nur als Gäste (“Gastarbeiter””) gesehen wurden, die irgendwann wieder verschwinden würden, habe sich diese Einstellung inzwischen geändert:

Since 2000, however, German outlook and policy have changed; the reality of immigration and permanent settlement is now recognised and a new willingness, in principle, to extend citizenship has developed. However, the view that integration should precede naturalisation – the requirement that Turks and other Muslims should first integrate and demonstrate their “German-ness” before they may acquire that citizenship – remains a formidable brake on the process. It is unrealistic to expect those of Turkish origin to become fully integrated into German society while citizenship and full participation in public life are withheld. (…) The emphasis on ideological correctness, illustrated by the proposed use of demanding naturalisation questionnaires requiring applicants to agree with current German public opinion on certain questions, leads the authorities to stigmatise as inherently “un-German” immigrant opinion that subscribes even to entirely non-violent varieties of Islamist thinking. It also entails intensive surveillance of certain organisations and their members even if those organisations are law-abiding. This policing of thought is experienced by Turks and other Muslims as discriminatory, hostile in spirit and frequently provocative in practice.


Der Report schließt mit einer Reihe von Empfehlungen an die deutschen Parteien (insbesondere an CDU und CSU), die deutschen Regierungen, an DITIB und an Milli Görus.

Success or failure in such political efforts will ultimately be the primary determinant in whether Germany continues to enjoy social peace as the integration process proceeds.

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Mittwoch, März 14, 2007

„Elite-Universität wird zur Spitzel-Hochschule“

Die taz berichtet über das Schreiben der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität:

Auch in der Universitätsleitung herrschte gestern Aufregung, wie der LMU-Personalratsvorsitzende Karl Ischinger der taz berichtete. "Ich habe ein ungutes Gefühl, und auch die Mitarbeiter haben Angst vor Bespitzelung." Bei den Studenten stelle sich ebenfalls die Frage, wie künftig bei kontroversen politischen Diskussionen vorgegangen werde. Müssen nach einer Seminardebatte über die Entstehung Israels etwa die Kritiker der Besatzungspolitik in Palästina gemeldet werden?


Warum nicht? Wenn sich zu diesem Thema bereits eine Internet-Stasi etabliert hat, dürfte das an Hochschulen doch wohl auch möglich sein?

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Montag, März 12, 2007

Die Feinde der Freiheit

Die ... gewöhnungsbedürftige Weise der Islamophoben, ihre „Debatten“ zu führen (platt gesagt: man unterhält sich praktisch nur untereinander, an Leute mit abweichender Meinung geht ab und zu eine Beschimpfung oder Morddrohung raus), wird auch in anderen Blogs thematisiert. Dr. Dean berichtet:

Wie auch ich schon öfter erleben konnte, drohen die "prowestlichen Antiislamisten" und auch andere Rechtsblogger, z.B. die politischen (teils vorbestraften) Freunde der Extremistin Gudrun Eussner gerne und regelmäßig mit Mord! Es geht bei diesen Drohungen der "prowestlichen Blogger" darum, den politischen Gegner bzw. dessen Meinung mundtot zu machen.


Dr. Dean sieht das natürlich zu eng - die Meinungsfreiheit des Westens muss schließlich gegen gewalttätige Moslems verteidigt werden. Und das geht nun mal am besten, indem man jedem mit abweichender Meinung eins in die Fresse gibt.

Derweil hat David Vickrey Neuigkeiten für Deutschlands beliebteste Rassistengang:

America could use some friends in the German blogosphere; unfortunately, those blogs that identify themselves as "pro-American" are often racist and contain the worst kind of right-wing, militaristic propaganda. The popular German blog Politically Incorrect has an American flag in its banner, and describes itself as fervently "pro-amerikanisch". (…) News for Politically Incorrect: America doesn't hate Muslims. America has always been a melting pot that welcomes all races and religions. There are at least five million Muslims living in the US, and they are among the most successful - and most assimilated - group in America. Yes, we also have racists who say hateful things about Muslims, but they are by and large marginalized (two unfortunate exceptions: the political pundit Pat Buchanen and the neocon columnist Charles Krauthammer). So please remove the American flag from your blog; your content is profoundly anti-American.


Ob Broder und Miersch wohl ihre gesamten USA-Buttons in die Tonne schmeißen, wenn sie solche Texte lesen?

Und wenn man gerade in Davids Blog ist, findet man einen weiteren interessanten und aktuellen Beitrag: How Wrong They Were erklärt, wieviele deutsche Intellektuelle dämlicherweise einen Krieg mit dem Irak für eine gute Idee hielten (was sich mit dem Iran gerade zu wiederholen droht) und inwiefern diese Idiotie für das Weiterkommen in den Medien nur hilfreich war.

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Montag, März 05, 2007

„Von der aufgeklärten Intoleranz zum pauschalen Hass“

Die meisten Medien ignorieren die Verflechtungen von Journalisten wie Henryk Broder und Michael Miersch mit knallharten Rassisten. Telepolis macht sie zum Thema. Klare Leseempfehlung.

Nachtrag vom selben Tag: Inzwischen kommentiert der Oeffinger Freidenker diesen Artikel.

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Sonntag, Februar 25, 2007

„Die braunen Teufel des Rechtspopulisten Stefan Herre“

Dass Henryk Broder auf seiner Website seit langem „Politically Incorrect“ empfiehlt und gemeinsam mit seinem Kumpel Michael Miersch auf der „Achse des Guten“ immer wieder freundlich darauf verlinkt, ist bekannt. Umgekehrt würdigt „Politically Incorrect“ Miersch und Broder und beruft sich auf ihre Texte. Jetzt hat der Journalist Jürgen Cain Külbel einige der bezeichnendsten Zitate auf „Politically Incorrect“ zusammengestellt. Dazu zählen die folgenden:

Islam ist eine freiwillige Geisteskrankheit +++ Islam ist ein sehr aggressiver Virus +++ Nun, da wir wissen, dass unsere Kulturbereicherer meist mit einem Messer antreten, sind Schusswaffen das Mittel der Wahl +++ Je weiter man wichtige Maßnahmen hinauszögert, umso näher rückt der Progrom +++ Ganz normal, dass Moslems lügen sobald sie den Mund aufmachen +++ Wir sollten die Jungen in ein Sensibilitäts-Training schicken. Dort werden sie dann jeden Tag von je 15 Jugendlichen mit Eisenstangen zusammengeschlagen, und wer es überlebt, darf in die Türkei ausreisen – straffrei +++ Die barbarischen mohammedanischen Kulturbereicherer gehen oft straffrei aus, was sie zur nächsten Bluttat animiert +++ Einfach konsequent ausweisen, das Gesindel. +++ Wer sich als Deutscher oder als Christ einer morgenländischen Spitzbubenreligion anschließt, der ist für mich ganz schlicht ein Verräter an der eigenen Kultur und Identität +++ Islam ist ja bekanntlich die Religion der Analphabeten +++ Andererseits habe ich auch keine Lust das unsere Friedhöfe auch noch von toten Musels verseucht werden +++ Ich will nicht, dass wenn ich Blut spende mein Blut irgendwann einem Musel das Leben rettet und genauso wenig will ich, dass in meinen Adern Muselblut fließt +++ Abschaum wie die Arschhochbeter +++ Nichts kann einen Menschen dermaßen erniedrigen, dass er auf die Stufe eines Moslems absinkt +++ Du kannst getrost in Scheiße baden und dich von Gozilla vollpissen lassen - solange Du frei denken kannst - bist Du immer 1000 noch Entwicklungsstufen über denen +++ Auch die Neandertaler waren Moslems und sind es bis heute geblieben +++ Es ist ein wenig wie ein Teufelskreis, so wie die Cholibakterien oder mit den AIDS-Viren: Allein können sie nichts ausrichten, aber sie nutzen uns als Wirt +++ Was mich aber ärgert, ist, dass diese Clowns vor Gericht genau so gelten, wie ein Normalbürger +++ Schiebt bitte den ganzen Gazastreifen mitsamt den dort lebenden Islamofaschisten endlich ins Mittelmeer +++ Dieses primitive vorzivile Terroristenpack ist wirklich abstoßend. Man kann Israel nur empfehlen, mit harter Konsequenz gegen dieses Pack vorzugehen. Shalom +++


Wer auch nur ein wenig auf dieser Seite stöbert wird zahllose weitere Äußerungen dieser Art finden.

Ich habe sicher großes Verständnis dafür, wenn Autoren versuchen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Mir fehlt dieses Verständnis allerdings komplett für Leute, die sich ihre Auflage damit schaffen, dass sie solchen Menschen als Stichwortgeber dienen und ihre Positionen hoffähig machen.

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Freitag, Februar 23, 2007

Größte Studie unter Muslimen: Wirklichkeit vielschichtiger als Klischees

Wenn man so manchem Polit-Demagogen von heute folgt, sind Islam und Islamismus praktisch ein und dasselbe und jeder Moslem wird so zum fundamentalistischen Fanatiker. Die größte Studie, die je unter Muslimen durchgeführt wurde, gelangt jedoch zu weit differenzierteren Ergebnissen. Ein Auszug:

Das Gallup-Zentrum für Muslimische Studien in New York befragte 10.000 Muslime in zehn überwiegend islamischen Ländern. (...) Viele Muslime befürworten die Demokratie nach westlichem Vorbild. Religion hat nach Ansicht der Befragten wenig mit der Radikalisierung und der Antipathie gegenüber der westlichen Kultur zu tun. Missbilligend äußerten sich die Muslime vor allem über sexuelle Freizügigkeit und den moralischen Verfall. Am meisten bewunderten sie Freiheit, Demokratie, Technologie und Redefreiheit. Während die Scharia, das islamische Recht, auf breite Zustimmung stieß, wollte nur eine Minderheit, dass religiöse Oberhäupter für die Gesetzgebung verantwortlich sind. Die meisten Frauen in den muslimischen Ländern glauben dennoch, dass die Scharia die Grundlage für nationale Gesetze bilden sollte. Gleichzeitig sind sie aber auch von der Gleichberechtigung der Frau überzeugt.

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Schweizer streiten für Religionsfreiheit

Mit einer diffusen Angst vor dem Islam versuchen derzeit viele, ihr politisches oder journalistisches Süppchen zu kochen. In der Schweiz ergreift jetzt ein überparteiliches Bündnis dagegen Position. Religionsfreiheit sei nur dann eine Freiheit, wenn sie auch praktisch ausgeübt werden könne - und wer allein wegen seines Glaubens als Gefahr dargestellt werde, habe keine Möglichkeit, sich dagegen adäquat zur Wehr zu setzen.

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Dienstag, Februar 20, 2007

USA wollen Integration der Muslime in Deutschland

Schlechte Nachrichten für Henryk Broder, Mischa Miersch und die mit ihnen verbündete Rassistengang von Politically Incorrect: Menschen, die hemmungslos gegen Muslime hetzen und gleichzeitig den USA bedingungslose Vasallentreue geschworen haben, dürften bald in eine üble Zwickmühle geraten. Wie die „Washington Times“ berichtet, bereitet den USA die antiislamische Propaganda in Europa mittlerweile große Sorge. So erklärte Daniel Fried, stellvertretender Außenamtschef der USA für Europa und Eurasien: „In Westeuropa herrscht ein bizarres Klima. Panische Ängste wie `die Migranten akzeptieren hier nicht unsere Werte, sie stellen eine Bedrohung für unseren Lebensstil dar und arten zu Radikalen aus´ beherrschen dort die Stimmungsatmosphäre.“ Die USA überlegten, wie sie dieser Stimmungsmache entgegenwirken könnten.

Der “Washington Times“ zufolge ist die französische Regierung immerhin lernfähig. Sie bedauert inzwischen, die Einwanderer aus nordafrikanischen Ländern in Ghettos gepfercht zu haben, in denen Arbeitslosigkeit und schlechte Ausbildung bei jungen Leuten zu Verzweiflung führen. „Die Unruhen in Armengegenden hatten nichts mit dem Djihad zu tun und viel mit den sozialen Bedingungen“ erklärte inzwischen Frankreichs Botschafter in Washington, Jean-David Levitte.

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Samstag, Februar 17, 2007

„Ein Muslim ist nicht nur ein Muslim“

Stefan Reinecke bespricht in der „tageszeitung“ das Buch ”Die Identitätsfalle” des Nobelpreisträgers Amartya Sen, der darin sowohl die islamistischen Fundamentalisten als auch ihre westlichen Gegenstücke kritisiert.

Der Islamismus ist eine Gefahr für die Freiheit - doch den Westen nun trotzig für die ewige Bastion der Freiheit und den halben Rest der Welt für eine totalitäre, unterentwickelte Bedrohung zu halten ist historisch falsch und politisch dumm. (...) Skeptisch blickt Sen aber auch auf westliche Kulturkämpfer, die seit dem 11. 9. 2001 über Nacht zu Islamexperten wurden, und auf Bemühungen, unbedingt mit moderaten Muslimen ins Gespräch zu kommen. (...) Doch vor allem ist Sen ein eigenständiger Denker, den wir uns als entschiedenen Kritiker des Kopftuches vorstellen dürfen - aber auch als entschiedenen Kritiker vieler westlicher Kritiker des Kopftuchs. Sein Buch ist jedenfalls geeignet, das Feld, auf dem sich westliche Kulturfundis und Multikulti-Ideologen so oft und routiniert bekämpft haben, gründlich umzupflügen.


Die gleichgültige Multikulti-Ideologie der letzten Jahre ebenso abzulehnen wie den dumpfen Rassismus, der momentan als überzogene Gegenbewegung ausbricht, ist eine Haltung, der ich nur zustimmen kann.

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Donnerstag, Februar 15, 2007

"Sehnsucht nach dem Orientalen"

„Wenn eine Gesellschaft eine bestimmte Gruppe zum Problem erklärt und sie fortan nach Kräften verteufelt, ist etwas Misstrauen durchaus angebracht.“ erklärt in der taz Heide Oestreich. Leider nicht zum Thema Männer, aber immerhin zum Thema Muslime.

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Mittwoch, Februar 07, 2007

„Die Muslime haben Angst vor den Deutschen“

Die ”Berliner Zeitung” führt ein Interview mit dem Islamexperten Werner Schiffauer – ein Auszug:

Seit dem 11. September 2001 wird das Islambild in der Öffentlichkeit zunehmend von einer Assoziationskette bestimmt, die den Islam mit Islamismus und Islamismus mit Terrorismus gleichsetzt. Es ist in weiten Teilen der Bevölkerung eine Islamophobie entstanden, die im Kern bedeutet: Wir wollen keine Muslime als Staatsbürger in Deutschland. (...) Die Frage, was denn passiert, wenn eine Gruppe von fehlgeleiteten Muslimen in Deutschland einen Anschlag verübt, beschäftigt die islamischen Gemeinden zunehmend. Es ist hier ja bisher noch gar nichts geschehen, und trotzdem gibt es schon diese Welle der Ausgrenzung. Wie wird es da erst, wenn etwas passiert? "Wie sicher sind wir dann in diesem Land? Werden wir die türkische Staatsbürgerschaft nicht vielleicht noch brauchen, nicht jetzt, aber in fünf oder zehn Jahren, wenn sich die Dinge so weiter entwickeln?" - das sind Fragen, die in den Gemeinden diskutiert werden. Es werden auch Erinnerungen an den Holocaust zitiert, die sich etwa an den zum Teil hysterischen Reaktionen auf den Van-Gogh-Mord in Holland festmachen.

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Dienstag, Februar 06, 2007

England: Juden für Meinungsfreiheit

Wenn man in Deutschland einen bekannten Juden kritisiert, auch wenn dieser noch so verwerflich argumentiert und handelt, fängt man sich schnell den Vorwurf des Antisemitismus ein. Großbritannien ist hier inzwischen einen Schritt weiter: Dort hat sich gerade eine große Zahl jüdischer Prominenter zusammengeschlossen, um dem Eindruck entgegenzuwirken, sämtliche britischen Juden stünden geschlossen hinter dem Vorgehen der israelischen Regierung. Hierzulande berichtet die FAZ darüber, aber deren Beitrag kann man nur gegen Cash online lesen. Glücklicherweise hilft die Haaretz aus:

The 130 signatories to Independent Jewish Voices' declaration include playwright Harold Pinter, actor and director Stephen Fry, film director Mike Leigh and fashion designer Nicole Farhi.

"We wanted to create an atmosphere where people don't feel they will be accused of disloyalty, of anti-Semitism, or breaking ranks," said Jacqueline Rose, one of the group's founders, "and we wanted to appeal to the Jewish tradition of upholding human rights."

Fry, who has made little comment on Jewish issues until now, voiced his support by saying: "I am proud to lend my name to a free-thinking group like this."

The group's founding principles include fighting racism in general, including anti-Semitism, Islamophobia and Arab hatred.


Hört sich nach einer Gruppierung an, die zu einhundert Prozent die Ansichten teilt, die ich in diesem Blog vertrete.

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Montag, Januar 29, 2007

„Ahmadinejad ist menschliches Tier“ ...

... und „alle Terroristen sind Muslime“: Israels Vatikan-Botschafter dreht gerade ein bisschen am Rad. Eine bezeichnende Meldung mit den passenden Kommentaren.

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Donnerstag, Januar 25, 2007

Apropos Antiislamismus in den Medien ...

Besonders beliebt ist bei der Rassistengang von „Politically Incorrect“ derzeit die „Bild“-Zeitung, die das Folteropfer Kurnaz (bei PI gerne als „Bazille“, „Abschaum“ oder „Parasit“ bezeichnet) derzeit dafür mit Dreck bewirft, dass er sich erdreistet hat, über die erlittenen Misshandlungen zu berichten. Bildblog hat sich die Berichterstattung der „Bild“ näher angesehen und bezeichnet sie aus gutem Grund als grob fahrlässig.

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„Narrenfreiheit für Anti-Moslem-Hetze“

Der folgende Beitrag ist ein Gastbeitrag des Journalisten Knut Mellenthin. Er ist ursprünglich in der Zeitung SOZ, Januar 2007, erschienen. (Interessanterweise scheint für die bürgerliche Presse ein gepflegter Rassismus heutzutage nicht der Rede wert zu sein.) Herzlichen Dank für die Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung.

Narrenfreiheit für Anti-Moslem-Hetze

Gibt es Moslemfeindlichkeit in Deutschland?

Ja, sagen mehrere Studien auf nationaler und europäischer Ebene. Ihnen zufolge sind antimoslemische Ressentiments und Diskriminierungen in Deutschland sogar relativ weit verbreitet. Nicht nur unter den Dummen im Land, sondern auch im sogenannten Bildungsbürgertum.

Nein, sagt der Spiegel-Journalist Henryk Broder, Autor der politischen Aufklärungsfibel „Hurra, wir kapitulieren“, in der er die „Transformation Europas in einen islamischen Kontinent“ und die „vorauseilende Selbstaufgabe“ der europäischen Eliten vor dieser Entwicklung beklagt. Dem Zentralrat der Juden in Deutschland wirft Broder die Beteiligung an einem Symposion unter dem Titel „Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit“ vor. „Er gibt damit dem Phantombegriff ‚Islamophobie’ den Anschein des Realen“, so Broder.

Broders Urteil überrascht nicht. Findet sich doch unter den Links auf seiner „Offiziellen Homepage“ auch ein Verweis auf die wohl übelste aller deutschsprachigen antimoslemischen Internetseiten, Politically Incorrect. Neben tendenziös ausgewählten und aufgemachten Nachrichten, in denen vor allem angebliche „Moslemfreunde“ angeprangert werden, bestehen die PI-Seiten überwiegend aus Blogs, wo die Leser ihre Kommentare plazieren können. Im Unterschied zur Mehrzahl der Internet-Blogs wird bei PI aber kaum gestritten. Das lässt auf eine strenge Auswahl der veröffentlichten Beiträge schließen. Umso mehr muss sich der Gründer und Betreiber von PI, der Sportlehrer Stefan Herre, für die dort zu lesenden volksverhetzenden Texte verantwortlich machen lassen.

Was einige von Herres Anhänger zum Besten geben, würde vermutlich zu einem schnellen Ausschlussverfahren aus der NPD reichen. Moslems werden verächtlich nur als „Musels“ oder „Musel-Plebs“ bezeichnet, Verhöhnungen wie „Muselaffen“ sind gleichfalls beliebt. Im NS-Jargon ist von „Bazillen“, „Parasiten“ und „Unkraut“ die Rede. Auch vor Mordphantasien und -aufforderungen wird nicht zurückgeschreckt.

Friedel Frechen, der Pressesprecher der Stadt Bonn, gehört zu den wenigen Politikern, denen PI ein kritisches Wort wert war. „Finden Sie das rechtspopulistische Gesabbel in Ihrem Blog nicht selbst zum Kotzen?“, mailte er am 22. Januar an Stefan Herre. Der schlug die feine Gelegenheit, sich der Form halber von seinem rechtsextremen Gefolge zu distanzieren, jedoch aus. Stattdessen bezeichnete er Frechen als „linken Islamliebhaber“ und verwahrte sich gegen die „Beschimpfung“ seiner Anhänger.

Es wirft ein schlechtes Licht auf unsere Politiker, dass der Bonner Pressesprecher allein auf weiter Flur steht und jetzt in PI einer Diffamierungskampagne ausgesetzt ist. Internetseiten dürfen nicht länger ein rechtsfreier Raum für Volksverhetzung sein. Und eine Webseite wie PI sollte öffentlich so geächtet werden, dass kein Mainstream-Journalist sich mehr traut, sie unter seinen Links zu führen.

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Freitag, Januar 12, 2007

"Doof wie Broder"

Ich muss hier mal eines vorausschicken: Ich suche nicht bewusst nach Artikeln, die diesen seltsamen Gesellen immer wieder entblößen. Tatsächlich habe ich heute zum dritten Mal hintereinander eine Lesermail geblockt, die ein wenig über das HB-Männchen ablästern wollte. Aber wenn man nur ein wenig durchs Netz surft, entdeckt man immer wieder Sachen, bei denen man sich denkt: Scheiße, das ist so bizarr, das muss man wirklich bloggen.

Aktuell hat Stefan Niggemeier, einer der Journalisten hinter Bildblog, einen leidlich lesenswerten Artikel mit obiger wortspielerischer Überschrift in sein privates Blog aufgenommen, der aber vor allem viele interessante Kommentare erhalten hat. Zum Beispiel diesen:

Interessant, dass gerade H.M. Broder sich darüber beklagt, dass jeder seinen Müll im Web ablassen könne. Er bedient sich selbst in seinen alarmistischen Warnungen vor einem nebulösen islamischen Kulturimperialismus gerne aus dem reichhaltigen Fundus an Dolchstoßlegenden bekannter islamophob-rechtsextremer Blogs wie PI. Ein Beispiel: PI bringt eine Story, nach der in Oberösterreich zwei islamische Mütter gegen die Verwendung von Pluszeichen protestieren, weil sie dem christlichen Kreuz ähneln. Dabei beruft sich PI auf eine ominöse Pressemeldung, die drei Kilometer gegen den Wind als Ente zu enttarnen ist. Offenbar eine Kolumne, keine Detailangaben zu Ort oder Zeit, drei Ausrufezeichen zur Untermauerung einer Aussage und vor allem: Trotz intensiver Suchmaschinenrecherche findet man keine weiteren Quellen außer den einschlägigen PI-treuen Weblogs und Foren, die diese Nachricht genüßlich ausschlachten. Zumindest darf man also Zweifel an dem Wahrheitsgehalt der Meldung haben. Und was macht Henryk M. Broder? Bedient seine Klientel, indem er dieses hübsche Geschichtchen in einem - wohl als Polemik verstanden wissen wollenden - SpOn-Artikel als Beispiel für die islamische/islamistische (Broder macht da eher selten einen Unterschied) Unterminierung unserer Kultur einbaut - zu Ehren des Spiegel-Geburtstages. Wasser predigen und Wein saufen. Das sind meiner Meinung nach die Momente, in denen sich der klassische Journalismus selber auffrisst. Fast wie die Kannibalen.


(Das alles ist im Original mit den entsprechenden Links versehen.)

Womit sehr gut beschrieben wurde, warum dieses Thema so relevant ist: Diese Kette von rassistischen Spinnereien hinein in die Redaktion (nicht nur) des SPIEGEL halte ich durchaus für ein journalistisches Problem.

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Mittwoch, Januar 10, 2007

Und jetzt alle mitsingen!

Also gut, also gut, geniale Beiträge müsse gewürdigt werden. Also doch noch mal ein Link auf die „Achse des Guten“. Die haben nämlich gerade eine sehr hübsche und tiefsinnige Marseillaise in gerechter Sprache“ entworfen - wenn das nicht wieder viele Talkshoweinladungen und feuilletonistische Ehrungen bringt, weiß ich´s auch nicht. Ein Vers als Kotzprobe:

HÖRT IHR IN DEN VORSTÄDTEN
DIE GRAUSAMEN MULLAHS SCHREIEN?
SIE KOMMEN BIS IN EURE ARME,
EURE TÖCHTER, EURE EHEFRAUEN ZU ENTHAUPTEN!


Und dabei bin ich mir sicher, sie laufen sich mit solchen Texten erst noch warm.

Faszinierend, das waren alles mal seriöse Journalisten ...

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Donnerstag, Januar 04, 2007

Der Nächste bitte

Deutschland führt auch im neuen Jahr das alte Kasperltheater auf: Während selbst breit ausgewalzte Hetze und Angstmacherei gegen den Islam problemlos über die Bühne gehen, gerät der SPIEGEL nicht deshalb in die Kritik, sondern wegen ... na? ... genau: wegen vermeintlichem Antisemitismus. Man stelle sich einmal spaßeshalber vor, dass die Rollen getauscht wären: Gegen den Islam gäbe es keine schärferen Worte, als hier von Brumlik beanstandet wurden, und über das Judentum solch ausführliche Katastrophenszenarien wie von Broder gezeichnet ...

Wie sagte doch einmal so schön R. A. Wilson über das gekonnte spießbürgerliche Vorurteil: Es ist von enormer Bedeutung, immer zum genau richtigen Zeitpunkt die genau richtige Gruppe zu hassen.

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