Freitag, Juli 29, 2011

Der Kitschroman entdeckt häusliche Gewalt gegen Männer

Telepolis berichtet darüber, dass die klassischste aller Frauenliteratur mit der Zeit erwachsen wird. So sah es vor elf Jahren aus:

Spätestens seit 2000 wich diese Konstellation dem "Macho nutzt Notlage aus"-Schema. Zynische, rachsüchtige, arrogante und sexbesessene Männer nutzen Notfallsituationen nicht nur aus, sie schufen sie auch oft genug erst.


Inzwischen dringt ein Kernthema der Männerbewegung aber sogar in den Liebesroman vor:

Noch überraschender war allerdings, dass sich in der Romana-Reihe der Cora-Verlag an ein Thema herantraute, das bisher eher ein gesellschaftliches und mediales No-Go ist: häusliche Gewalt gegenüber Männern. Häusliche Gewalt wird ja zu 99% als Gewalt gegenüber Frauen und Kindern angesehen, aggressive, gewalttätige Frauen spielen in Berichterstattung und Fiktion kaum eine Rolle. "Randerscheinung, unwichtig" lautet die banale Erwiderung auf einen Satz wie "Es gibt auch Frauen, die zuschlagen.". Durch diese recht zynische Haltung wird das Thema auch weiter Randthema bleiben und insofern bleiben die Männer mit dem Problem doppelt allein gelassen da sie höchstens zum Amüsement taugen (die Frau mit dem Nudelholz etc.).

In "So heiß küsst nur ein Italiener" ist es die unzufriedene und eifersüchtige Ehefrau Marcella, die ihrem Mann das Leben zur Hölle macht. Von verbaler Gewalt bis hin zur körperlichen Gewalt ist es nicht weit. Für ihren Mann, einen stolzen Italiener, ist dies doppelt grausam. Zum einen hat er Angst vor seiner eigenen Frau, zum anderen schämt er sich dafür, will nicht zurückschlagen und wird dadurch immer stärker zum Opfer. Die blauen Flecken, die er davonträgt, entschuldigt er schamhaft mit kleinen Unfällen mit dem Motorrad, von seiner großen Liebe wendet er sich ab weil er Angst hat, auch sie würde durch Marcella bedroht werden. Scham und Stolz werden somit, wie er am Schluss selbst zugibt, zu einer Mixtur, die es der Frau einfach macht, weiter gewalttätig zu sein.


Männer im Geschlechterkonflikt auch als Opfer statt als Monster oder Unterdrücker – ein Einzelfall oder (man denke an die "Lindenstraße") ein echtes Aufweichen des bisherigen Tabus?

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Montag, Juli 25, 2011

"Lindenstraße" entdeckt die ausgegrenzten Väter

Die "Lindenstraße" gilt unter den deutschen TV-Serien als Speerspitze der volkspädagogischen politischen Korrektheit. Deshalb dauerte es vermutlich 22 Jahre nach der Gründung des "Väteraufbruchs für Kinder", bis sie sich des Themas der von raffinierten Müttern skrupellos ausgegrenzten Vätern annahm – neben der Jungenkrise dem wohl bekanntesten Problemfeld der Männerbewegung. Der ausgegrenzte Vater der "Lindenstraße" ist mit Klaus Beimer Hauptfigur und Sympathieträger der Serie.

Statt dass ich beispielhaft die gestrige Folge selbst nacherzähle, greife ich am besten auf ihre Inhaltsangabe auf der "Lindenstraßen"-Website zurück (dort kann man sich auch die gestrige Folge anschauen):

Klaus hat eine schlaflose Nacht. Die Sorge um seine Tochter Mila hält ihn wach. Seit mittlerweile zwei Wochen hat Klaus die Kleine nicht mehr gesehen. Nastya und ihr neuer Ehemann Tobias sind in einer Sekte und entziehen ihm systematisch seine Tochter. Klaus hat sich an das zuständige Jugendamt gewendet, aber das ist zurzeit auch machtlos. Und auf Klaus wartet schon der nächste Schock: In einem formellen Schreiben wird ihm durch Nastyas Anwalt vorgeworfen, er würde Mila misshandeln. Als Klaus direkt danach Nastya auf der Straße zufällig über den Weg läuft, verliert er jegliche Contenance und attackiert seine Ex sogar körperlich. Auf diese Provokation war Nastya aus. Jetzt hat Klaus die Mutter seines Kindes vor Zeugen angegriffen. Sarah erklärt Klaus, dass er es aus juristischer Sicht akzeptieren muss, Mila in Nastyas Obhut zu lassen. Sie und ihre Anwälte spielen auf Zeit. Bis ein Gericht über eine Klage gegen Nastya entscheidet, können Monate vergehen. Sarah rät Klaus, sich schleunigst professionellen juristischen Beistand zu suchen. Klaus ist verzweifelt und glaubt, dass er etwas ganz anderes als anwaltliche Ratschläge braucht. Er fasst einen riskanten Entschluss.


Als Männerrechtler hat man beim Sehen der Folge ein wenig den Eindruck, einer Katastrophe zuzuschauen, die man bei den unterschiedlichsten Bekannten schon selbst miterleben musste. Und es ist einem nur allzu klar, dass Klaus in der realen Welt nicht den Hauch einer Chance hätte, den Kontakt zu seiner Tochter wiederherzustellen, solange die gesellschaftlichen Verhältnisse so bleiben, wie sie derzeit sind. Man darf gespannt sein, ob sich die "Lindenstraße" für ein realitätsfernes Happy End entscheiden wird oder nicht.

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FOCUS: "Stoppt endlich die Geschlechterapartheid"

Wir wollen beim Engagement gegen Rassismus das Engagement gegen Sexismus nicht vergessen. Deshalb hier ein Hinweis auf den aktuellen FOCUS: Dort fordert ab Seite 52 Monika Ebeling in einem eigenen Artikel

Solidarität mit den Männern: Die geschasste Gleichstellungsbeauftragte von Goslar ruft die Frauen auf, dem radikalen Feminismus Einhalt zu gebieten


Der Artikel liegt leider noch nicht online vor, aber irgendjemand scannt ihn bestimmt gerade ein. :-)

(So, nach diesem Blogbeitrag bekomme ich garantiert wieder Hassmails von den Durchgeknallten beider Seiten, die sich gegenseitig an Lautstärke zu übertönen versuchen. Von rechtsaußen: "Wir Islamophoben sind keine Rassisten! Scheiß Muselpack!" Und von linksaußen: "Wir Feministinnen sind keine Sexisten! Scheiß Männer!" Herrlich. Beide in ein Zimmer sperren und die nächsten 24 Stunden nicht mehr rauslassen, das wäre vielleicht eine Lösung.)

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Sonntag, Juli 17, 2011

FOCUS weist auf heutige AGENS-Veranstaltung hin

Zugegeben, es dürfte ein wenig plakativ werden. Am symbolischsten Ort Deutschlands, dem Brandenburger Tor, werden Männer, Kinder und ein paar Frauen am Sonntag um 14 Uhr eine Mauer aus Pappkartons bauen, um sie zu den Klängen von Pink Floyd wieder einzureißen. Anschließend steigen heliumgefüllte Luftballons in den Hauptstadthimmel. Nur – anders als mit dieser XXL-Symbolik, meint der Organisator Eckard Kuhla von der Organisation agens, lässt sich nun mal keine Aufmerksamkeit für sein Thema erzeugen: Die seelischen Verwüstungen, die Ehescheidungen nach sich ziehen, bei Kindern und Eltern.

Kuhla kann die Zahlen herunterrattern: Täglich gibt es durch Gerichtsurteile 400 neue Scheidungskinder in Deutschland – weswegen die Berliner Demo auch „Aktion 400“ heißt. Pro Jahr erleben 150 000 Kinder in Deutschland die Trennung ihrer Eltern. Zwei Drittel aller Kinder, die wegen psychischer Störungen behandelt werden müssten, so Kuhla, litten eigentlich unter einem Scheidungstrauma. Und 80 Prozent der kriminellen Kinder stammten aus einem vaterlosen Zuhause.

Bei „agens“ handelt es sich um einen kleinen Verein, der „ein neues Miteinander zwischen Mann und Frau“ fördern will. Und ja, am Sonntag werden auch einige Frauen in Berlin mitdemonstrieren. Allerdings lassen die Veranstalter kaum einen Zweifel daran, dass sie mit ihrer Pappkartonmauer und ihren Luftballons vor allem auf die Folgen der vaterlosen Gesellschaft und die Diskriminierung von Scheidungsvätern aufmerksam machen möchten.


Hier geht es weiter.

Wer in Berlin lebt, die Veranstaltung unterstützen möchte und diesen Beitrag noch rechtzeitig liest, kann natürlich gerne vorbeischauen.

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Montag, Juli 04, 2011

"Compact"-Titelgeschichte: "Raubtier-Feminismus – Nein danke!"

Von Jürgen Elsässer halte ich schon seit mehreren Jahren viel. Dies gilt um so mehr, seit er als Herausgeber des Monatsmagazins "Compact" auch die Notwendigkeit von Feminismuskritik entdeckt hat. In der aktuellsten Ausgabe, die heute an die Abonnenten rausgeht und am 7. Juli im Handel erscheint, ist "Der gedemütigte Mann" Titelgeschichte und Schwerpunktthema.

Jürgen Elsässer gehört ähnlich wie ich zum Lager der undogmatischen Linken. In seinem Magazin "Compact" möchte er die politische Debatte frischer und lebendiger machen, indem er rechte und linke Autoren mit ihren Standpunkten aufeinandertreffen lässt. Für die aktuelle Ausgabe bedeutet das: Michael A. Xenos wird als eher konservativer Maskulist Alice Schwarzer porträtieren. Zu diesem Essay kann ich nur wenig sagen, weil ich es noch nicht gelesen habe; ich bin mir aber sicher, dass es den gewohnten Spitzenstandard von Michaels Texten halten können wird.

Ich selbst als eher links stehender Männerrechtler werde hingegen an meinen viel verlinkten und diskutierten "eigentümlich-frei"-Artikel über Falschbeschuldigungen im Zusammenhang mit sexueller Gewalt anknüpfen. Derzeit gibt es von Ilse Lenz in der "taz" über die Schauspielerin Hildegard Krekel in der BILD bis zur ehemaligen "Mona-Lisa"-Redakteurin Barbara Dickmann auf Spiegel-Online massive Versuche, die Ergebnisse zahlreicher tatsächlich vorliegender Studien unter den Teppich zu kehren und "drei Prozent" als offizielles Diktum für die Häufigkeit von Falschbeschuldigungen durchzusetzen. Mit dieser Nummer werden sie nicht durchkommen. Mein neuer Artikel geht allerdings über das nochmalige Aufführen der Forschungserkenntnisse, was die Häufigkeit solcher Untaten angeht, hinaus. Er behandelt auch um die damit verbundenen feministischen Angriffe auf unser Rechtssystem, die Folgen für die unschuldig Angeklagten und den Zusammenhang zwischen solchen falschen Anschuldigungen und Rassismus.

Generell bin ich mit der aktuell um sich greifenden Aufklärung zu diesem Thema ganz zufrieden. Die Initialzündung für meinen "eigentümlich-frei"-Artikel lieferte mir vor schon mehreren Monaten das Blog einer gerne polemisierenden, in der Sache aber offenbar kenntnisfreien Anarcho-Feministin, in dem diese die Behauptung aufstellte, Studien, die hohe Raten von Falschbeschuldigungen in diesem Bereich aufzeigten, gebe es überhaupt nicht. "Dazu könnte man eigentlich mal etwas schreiben", dachte ich mir, "aber warten wir mal besser noch ein paar Monate, bis Kachelmann freigesprochen wird, dann knallt das mehr." Ich lag richtig: Wegen meines "eigentümlich-frei"-Artikels schrieb mich Jürgen Elsässer an und bat um einen vertiefenden Beitrag für sein Magazin, das mit dem ebenfalls linken Kai-Homilius-Verlag über einen starken Vertriebspartner verfügt, weshalb ich es beispielsweise auch in dem Zeitschriftenladen finde, in dem ich bei einer Shopping-Tour in Wiesbaden als erstes einkaufe. Fakten kann man mit viel Mühe einige Zeit lang unterdrücken, aber nicht ewig.

Die Beiträge "Sexfalle Wallstreet – Über das Komplott gegen Dominique Strauss-Kahn" von Raphael-Maria Grünwald und "Schwul in Kabul. Über die Blüten des Gender Mainstreaming in der deutschen Außenpolitik" von Andrea Ricci runden das Schwerpunktthema der aktuellen "Compact"Ausgabe ab.

Hier stellt Jürgen Elsässer das Titelthema in seinem Editorial vor. Darin gelangt er zu dem Fazit:

Männer als Vergewaltiger, Kinderficker, Kriegsverursacher – das Fernsehgericht von Anne Will und Alice Schwarzer tagt in Permanenz. Das Bild der Frau als unterdrücktes Geschlecht – das ist die mediale Luftspiegelung einer untergegangenen Welt. Im Hier und Jetzt stellen Männer das Gros der Arbeitslosen, sie sterben fünf Jahre früher als Frauen und bringen sich drei mal so häufig um. An den Schulen wird den Jungen ihre Männlichkeit abtrainiert – mit zerstörerischen Folgen für ihre Charaktere, ihre Seelen.

Eines sei klar gesagt: „Die“ Frauen sind nicht an dieser Entwicklung schuld. Erinnert sei an die beliebte Tagesschau-Sprecherin Eva Herman, die wegen konstruierter Nazi-Vorwürfe kaltgestellt wurde, weil sie die traditionelle Familie verteidigte. Sie verband Stärke, Weiblichkeit und Mutterschaft – ein Vorbild, das von den Meinungsmachern zerstört werden musste, da es für die Mehrheit ihrer Geschlechtsgenossinnen attraktiv war.

Warum die Feministinnen, obwohl in der krassen Minderheit, trotzdem immer weiter marschieren, ist schnell erklärt: Sie genießen die Unterstützung des Großkapitals. Die Zerschlagung der Familie und die Entwertung der Väter bringt die Frauen in die Fabrik – als deren Konkurrentinnen drücken sie das Lohnniveau. Am Ende malochen beide für ein Geld, das früher er allein nach Hause brachte. Was als Befreiung der Frau firmiert, ist in Wahrheit mehr Schufterei und Unfreiheit für beide Geschlechter. Sollte man den Feminismus also nicht als Vehikel des Raubtierkapitalismus beschreiben?


Man sieht: Auch die Linken kommen allmählich in die Pötte.

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Samstag, Juli 02, 2011

"Schlagseite": Erstes AGENS-Buch behandelt Folgen des Feminismus

Als "Schlagseite" bezeichnet man es, wenn ein Schiff beispielsweise durch einseitige Ladung in eine bedrohliche Schräglage gerät, die zum Kentern führen kann. Insofern trifft diese Metapher bestens die Situation der Geschlechter in unserer Gesellschaft, nachdem über Jahrzehnte hinweg einseitige Frauenförderung betrieben wurde. Die Folgen dieser Situation werden nun in einem Buch analysiert, für das ein Herausgeberteam um Eckhard Kuhla eine Reihe von Beiträgen hochkarätiger Autoren gesammelt und in eine sprachlich gefällige Form gebracht hat.

Neben Eckhard Kuhla gehören Monika Ebeling, Bernhard Lassahn und ich zu den Herausgebern, wobei Bernhard Lassahns Einsatz, die verschiedenen Beiträge sprachlich auf Hochglanz zu bringen, besonders hervorzuheben ist. Mit ihren Beiträgen in diesem Wissenschaftsband versammelt sind Dr. Peter Döge, Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Geschlechterforschung; der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Günter Buchholz; die Paar- und Traumatherapeutin, Journalistin und Hochschullehrerin Astrid von Friesen; der Psychoanalytiker Dieter Katterle; Birgit Kelle, Vorsitzende des Vereins Frau 2000plus e.V. und Vorstandsmitglied des Europäischen Dachverbandes New Women For Europe; der Chirurg und Publizist Professor Adorján F. Kovács, der Soziologe Dr. Alexander Ulfig und viele andere mehr. Gerahmt werden die einzelnen Beiträge von einer Analyse Professor Gerhard Amendts zu Beginn und einem Aufsatz von mir als Schlusswort. Während Professor Amendt die gesellschaftlichen Auswirkungen des organisierten Feminismus und seines Gangs durch die Institutionen erörtert, stelle ich einen Vergleich zwischen Feminismus und Männerrechtsbewegung an: Wo liegen Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede und was bedeutet das für eine Verständigung der beiden Strömungen und ihre jeweilige Zukunft?

Das Buch "Schlagseite" ist im Magdeburger Sich-Verlag (bzw. dem dazugehörenden Klotz-Verlag) erschienen, der auch für den Vertrieb der Väterzeitschrift PAPA-YA verantwortlich ist. Es wurde im Rahmen der AGENS-Veranstaltung im Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) am 27. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt. Wir erwarten, dass das Werk in den nächsten Tagen auch im Online-Buchhandel erhältlich sein wird – wer es vor Ungeduld nicht mehr aushält, kann auch direkt den Verlag anschreiben. Zur Reihe der Redaktionen, die um ein Rezensionsexemplar gebeten haben, gehört bereits die der Zeitschrift EMMA. Wir rechnen mit einer hingerissenen Lobeshymne; bestimmt schreibt auch einer der üblichen Genderbeauftragten wieder etwas Nettes für die taz. :-)

Hier findet man den Flyer zum Buch einschließlich Inhaltsverzeichnis und Bestellmöglichkeit.

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Donnerstag, Juni 30, 2011

"Kachelpanik": Wie die "taz"-Soziologin Ilse Lenz ihre Leser irreführt

Bei der "taz" hat die Gender-Soziologin Ilse Lenz gemerkt, dass durch uns Männerrechtler Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigungen plötzlich Thema geworden sind. Sichtlich bemüht und mit einigem rhetorischen Aufwand, versucht sie nun gegenzusteuern. Nur ein Auszug aus dem insgesamt lesenswerten (wenn auch im negativen Sinne) Artikel:

So fragt etwa der Publizist und "Männerrechtler" Arne Hoffmann vom Verein AGENS zunächst besorgt: "Sind Sie der nächste Jörg Kachelmann?", um gleich hinterherzuschieben: "Polizisten und Wissenschaftler: Bei Vergewaltigungsvorwürfen lügen Frauen häufig." Obwohl die Studie genau das Gegenteil belegt, zitiert Hoffmann selektiv diese eine Äußerung, "dass deutlich mehr als die Hälfte der angezeigten Sexualstraftaten vorgetäuscht" würde, um zu dem Schluss zu kommen: "Von einer hohen Zahl an Falschbeschuldigungen geht auch die Untersuchung ,Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in Bayern', herausgegeben im Jahr 2005 vom Bayrischen Landeskriminalamt, aus." Hoffmann zitiert auch einen britischen Polizisten, der unter dem Pseudonym Inspector Gadget in seinem Weblog schreibt, "dass von zehn Vergewaltigungen, die unserer Dienststelle gemeldet werden, sich mindestens acht als Unfug herausstellen. Um fair zu sein, acht von zehn Irgendwas, die unserer Polizeidienststelle gemeldet werden, sind Unfug - warum sollte es mit Vergewaltigung anders sein?" Auch bei dem antifeministischen Verein Manndat dient die Umdeutung der BLK-Studie dazu, weitreichende politische Forderungen zu stellen.


Wie so oft, wenn die "taz" versucht, Männerrechtlern Kontra zu geben, bekommt sie ihre Fakten nicht ganz auf die Reihe. Zunächst einmal ist es Unsinn, wenn Ilse Lenz behauptet, die Studie des Bayrischen LKA belege "das genaue Gegenteil" meiner Präsentation. Diese These versucht sie damit zu stützen, dass die Zahl der Anzeigen wegen Falschbeschuldigungen so gering sei. Ironischerweise bekommt ein Chefredeakteur der so oft angeprangerten BILD hier die Fakten besser auf die Reihe als die "taz", wenn er den Inhalt der LKA-Studie zusammenfasst:

Mindestens (!) ein Fünftel bis zu einem Drittel der Vorgänge sei „zweifelhaft“ und aufgrund der Gesamtumstände (widersprüchliches Verhalten des Opfers vor oder nach der Tat, Erinnerungslücken, Fehlen von Spuren, widersprüchliche oder wenig detaillierte Aussagen, Alkoholisierung) eher als falsche Verdächtigung respektive Vortäuschen einer Straftat zu werten.

Trotz der hohen Zahl an zweifelhaften Anzeigen würden nur in den seltensten Fällen Verfahren wegen falscher Verdächtigung oder Vortäuschen einer Straftat eingeleitet, nämlich in der Regel nur dann, wenn das „Opfer“ ein Geständnis ablege. Selbst dann käme es häufig wegen schwerer psychosozialer Störungen des „Opfers“ zur Einstellung des Strafverfahrens.


Des weiteren tut Ilse Lenz so, als zitiere ich nur einen obskuren britischen Polizisten und eine singuläre Äußerung aus der Studie des Bayrischen LKAs. Schauen wir uns hierzu die zentralen Passagen meines Artikels noch einmal kurz an, die Ilse Lenz auf seltsame Weise überlesen haben muss:

Der Soziologe Dr. Eugene Kanin, der die Polizeiprotokolle einer Stadt in Indiana über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg überprüfte, fand dabei heraus, dass 41 Prozent aller behaupteten Vergewaltigungen dem Zugeständnis der Frauen selbst zufolge nie stattgefunden hatten. Als Kanins Team etwas später die Polizeiakten zweier größerer Universitäten untersuchte, stellten sich exakt 50 Prozent aller Anschuldigungen nach eigener Aussage der Studentinnen als falsch heraus. Alle Studentinnen wurden von einer Polizistin befragt; ihre Berichtigungen stimmten mit den Darstellungen der vermeintlichen Täter überein. Dabei kann Kanin nicht als frauenfeindlicher Chauvinist abgetan werden: Seine grundlegenden Studien über "sexuelle Aggressionen im männlichen Werbeverhalten" begannen schon in den Fünfzigern und werden heute noch in der feministischen Literatur zitiert.

(...) Der amerikanische Geschlechterforscher Warren Farrell berichtet in seinem Buch "Mythos Männermacht" folgendes: "Als die amerikanische Luftwaffe 556 Fälle von angeblicher Vergewaltigung untersuchte, gaben 27 Prozent der Frauen zu, gelogen zu haben (entweder kurz vor dem Test mit dem Lügendetektor oder nachdem sie ihn nicht bestanden hatten). Es gab aber auch Fälle, die unklar waren und von drei unabhängigen Personen genauer erforscht wurden. Die Gutachter richteten sich nach den 25 typischen Kriterien bei falscher Beschuldigung. Wenn alle drei zu dem Schluss kamen, dass keine Vergewaltigung vorlag, wurde der Fall entsprechend unter falscher Beschuldigung eingeordnet. (Es ging bei dieser Untersuchung nicht um Bestrafung, sondern um Forschung.) Das Resultat war, dass sich 60 Prozent der Vergewaltigungsanzeigen als haltlos erwiesen. Dr. McDowell, der Sonderbeauftragte der Luftwaffe, hatte Bedenken, seine Ergebnisse zu veröffentlichen, weil er dachte, sie träfen vielleicht nur auf das Militär zu und könnten nicht verallgemeinert werden. Daraufhin studierte er in zwei größeren Städten die Unterlagen der Polizei. Auch hier bestätigte sich, dass 60 Prozent der Anzeigen ungerechtfertigt waren, doch die Städte baten um Anonymität, weil sie politische Folgen fürchteten."

Am 26. Februar schließlich berichtete 2011 Sabine Rückert in der "Zeit" über die Hamburger Opferambulanz unter Professor Püschel, wo Opfer von Vergewaltigungen und anderen Gewalttaten ihre Verletzungen von Fachleuten dokumentieren lassen können, um so später vor Gericht ihr Recht zu bekommen. Allerdings berichtet Püschel von einem starken Anteil sogenannter "Fake-Fälle", bei denen Frauen sich selbst zugefügte Wunden präsentieren: "Früher sei man in der Rechtsmedizin davon ausgegangen, dass es sich bei fünf bis zehn Prozent der vermeintlichen Vergewaltigungen um Falschbeschuldigungen handelte, inzwischen aber gebe es Institute, die jede zweite Vergewaltigungsgeschichte als Erfindung einschätzten."

Viele Faktoren spielen mit hinein, wenn es darum geht, welche Häufigkeit an Falschbeschuldigungen eine Studie ermittelt. Dazu kann auch der Ort gehören, wo man diese Studie durchführt. So gelangte eine Untersuchung der "Washington Post" in verschiedenen Bezirken der USA zu dem Ergebnis, dass sich jede vierte erhobene Vergewaltigungsanzeige als "unbegründet" herausstellte – in manchen Bezirken lag die Quote aber deutlich höher. Als die Frauen von der Zeitung kontaktiert wurden, gaben viele von ihnen zu, dass sie gelogen hatten. Dafür nannten sie eine ganze Reihe an Gründen: Zwanzig Prozent logen, weil sie auf einen Ex-Freund wütend waren und sich an ihm rächen wollten. (Eugene Kanin gibt in seiner Studie als weiteres Motiv Rache für eine erlittene Abfuhr an.) Weitere zwanzig Prozent wollten damit eigene Schuld- und Schamgefühle kompensieren oder im Bekanntenkreis nicht als leicht zu haben gelten. Dreizehn Prozent befürchteten, schwanger zu sein, oder waren es tatsächlich und mussten eine Abtreibung rechtfertigen.

(...) Die enorme Bandbreite der von Fachleuten genannten Häufigkeit an Falschbeschuldigungen ist frappierend. So präsentierte der Sozialwissenschaftler Philip Rumney in der Zeitschrift "Cambridge Law Journal" eine Auflistung von Studien, die zwischen 1,5 Prozent und 90 Prozent an Falschbeschuldigungen ermittelten.

(...) Fest steht: Es gibt es zu viele Polizisten und zu viele Wissenschaftler, die von deutlich höheren Zahlen als jenen sprechen, die in der feministischen Propaganda verbreitet werden. Allerdings gilt auch hier, wie so häufig: Männerrechtler sollten nicht das entgegengesetzte Extrem wählen und nur die Forschungen im Munde führen, die zu den Extremwerten von 80 oder gar 90 Prozent gelangten. Eine radikale Strömung in der Geschlechterpolitik braucht nicht durch eine ebenso radikale Gegenströmung konterkariert zu werden. Notwendig ist aber öffentliches Bewusstsein dafür, dass die Rate an Falschbeschuldigungen etlichen Experten zufolge keineswegs so absurd niedrig ist, wie uns viele Feministinnen glauben machen wollen – und dass die Konsequenzen solcher Lügen für die betroffenen Männer erheblich sind.


Um diese Konsequenzen geht es. In der Regel handelt es sich, das hat auch die Studie des Bayrischen LKA ergeben, um massive Traumatisierungen. Wenn Ilse Lenz die Unzahl der Studien und Meta-Studien, die ich in meinem Artikel nicht nur zitiert, sondern stichpunktmäßig auch direkt verlinkt habe, schlicht unerwähnt lässt und so tut, als würde ich unseriöserweise nur einen einzigen Satz aus der breiten Forschungsliteratur herausgreifen, dann manipuliert sie ihre Leser auf eine Weise, die nahelegt, dass diese Traumatisierungen und ihre Häufigkeit weiterhin ein Tabuthema bleiben sollen. Das ist infam.

Aber natürlich gibt es auch bei diesem schmutzigen Artikel einen Silberstreifen: Bei den Feministinnen der "taz" liegen die Nerven inzwischen offenkundig reichlich blank, wenn sie nach Thomas Gesterkamp und Simone Schmollack jetzt in so schneller Folge bereits eine weitere Mitarbeiterin mit derartigen Böllern auf die neue Bürgerbewegung der Männer schießen lässt. Der feministische Monolog der letzten vier Jahrzehnte ist zuende. Ilse Lenz mag so selektiv zitieren wie sie kann – auch Falschbeschuldigungen bei sexueller Gewalt sind kein Tabuthema mehr.

Zum Schluss ihres Beitrages wird Ilse Lenz sogar unfrewillig komisch. Dort vertritt sie nämlich die These, dass "das neue Bild des Mannes als Opfer tendenziell frauenfeindlich" sei – und männerfeindlich noch dazu, da es "auf eine Homogenisierung und Entmündigung aller Männer" hinauslaufe. Konsequent zuende gedacht bedeutet dieser Satz nichts anderes als ein stillschweigendes Eingeständnis, dass das in den letzten Jahrzehnten durch sämtliche Medien gepeitschte Bild der Frau als Opfer männer- und frauenfeindlich zugleich ist: aus den von Ilse Lenz genannten Gründen.

Wer nur den Artikel von Lenz und der anderen Autoren liest, bekommt von den Akteuren der Männerbewegung natürlich einen schlechten Eindruck. Wer die Beiträge beider Seiten liest, dürfte sich von den Praktiken der feministischen Liga indes bald angewidert abwenden. Die "taz" setzt offenkundig darauf, dass aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Auflage der Verbreitungsgrad ihrer irreführenden Artikel noch um einiges größer ist als der Verbreitungsgrad der feminismuskritischen Gegenrede. Im Zeitalter des Internets könnte sie sich täuschen.

Zum Weiterlesen bei diesem Thema: LKA Niederösterreich: "Vier von fünf Anzeigen sind erfunden" sowie den Leserbrief eines Juristen.

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Dienstag, Juni 28, 2011

"Ausweitung der Debattierzone"

Männer stimmten mit ihren Füßen ab und hörten Frauen nicht zu, beklagte gestern Jutta Allmendinger auf der Veranstaltung des WZB. Wie es aussieht, wenn Frauen Männern zuhören, veranschaulicht heute Ulrike Baureithel in einem Beitrag der Wochenzeitung "Freitag".

Da Zeitung und Person sind nicht besonders bekannt sind, sollte ich sie wohl erst einmal vorstellen: Der "Freitag" ist das 1990 gegründete Nachfolgeblatt des Ost-Berliner "Sonntag", der DKP-nahen und von der SED finanzierten "Volkszeitung" sowie der Zeitung die "Tat", die sich ideologisch im Umfeld von DKP und KPD bewegte. Heute positioniert sich der "Freitag" zwischen "taz" und "junge welt"; geschlechterpolitisch kann das Blatt in Männern schon seit Jahren kaum etwas anderes sehen kann als Monster, Lachgummis oder Hindernisse bei der weiblichen Selbstentfaltung. Seine Auflage sank seit 1990 von 50.000 auf 15.000 Exemplare. Ulrike Baureithel, Jahrgang 1957, engagiert sich seit Jahrzehnten in der Frauenbewegung, forscht im Fach Gender Studies der Berliner Humboldt-Universität und ist Mitglied des Linksnet für linke Politik und Wissenschaft. (Dass es bei der Wissenschaft um Wahrheitsfindung gehen sollte und sie sich insofern nicht einer politischen Richtung unterordnen kann wurde hier offenbar vom Tisch gefegt.)

Muss ich nach dieser Vorstellung eigentlich noch viele Worte über den fraglichen Artikel verlieren? :-) Einige wenige sollten genügen. Die darin enthaltene Abwertung der ungeliebten Meinung kommt dermaßen mit der Brechstange daher, dass ich es jedem Leser gerne selbst überlasse, den Artikel zu analysieren – eben weil seine Rhetorik so hübsch anschaulich ist, verlinke ich ihn überhaupt. Spätestens wenn Baureithel AGENS als "Sekte" bezeichnet, macht sie überdeutlich, dass sie das Terrain der Sachdebatte lieber erst gar nicht betreten möchte, sondern es lieber bei herablassenden Anfeindungen belässt. Sachliche Argumente, das schreibt sie auch ganz offen, stellen für sie ohnehin nur eine Tarnung für Minderwertigkeitskomplexe, Angst und Aggressionen dar. Wer die Welt anders erfährt, als die feministische Ideologie ihm vorschreibt, der, das wird in jeder Zeile ihres Artikels deutlich, hat für Ulrike Baureithel ganz einfach ein psychisches Problem.

Im letzten Absatz ihres Textes ärgert sie sich dann allerdings doch darüber, dass sie sich über Kritiker des gegenwärtigen Systems zwar lustig machen kann, solange sie zu denen gehört, die die (Deutungs-)Macht innehaben, sie der Opposition mittlerweile aber nicht mehr völlig die Meinungsfreiheit abschneiden kann:

Zu anderen Zeiten wäre eine solche Veranstaltung von Feministinnen gestürmt worden. Dass sich die WZB-Chefin überhaupt genötigt sieht, Agens-Leuten ein Podium zu geben und sich mit ihren Argumenten auseinanderzusetzen, zeigt, wie sehr sich das gesellschaftliche Klima verändert hat.


Etliche Feministinnen, dafür ist dieser Artikel ein weiterer Beleg, möchten allzugerne, dass ihr bislang mehrere Jahrzehnte währender Monolog auch ein Monolog bleibt und das Entstehen eines Dialoges weiterhin vermeiden wird. Wie gut sind ihre Chancen?

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"So wird aus dem feministischen Monolog endlich ein Dialog"

Monika Ebelings Vortrag vor dem Zweiten Internationalen Antifeminismustreffen steht online. Ein Auszug:

Mich freut es, dass sich, hier in Ihrer schönen Schweiz, eine Interessengemeinschaft gegründet hat, die dem Feminismus ein „Anti“ voraussetzt. Wenn man dauerhaft und auf manchmal unaussprechliche Art und Weise die weibliche Macht zu spüren bekommt, wenn sie wie eine Naturgewalt über einen herfällt und Verwüstungen hinterlässt, dann muss das Widerspruch und Gegenrede erzeugen dürfen. So funktioniert Demokratie. Alles andere wäre ungesund und unterwürfig, ja fatalistisch.

Insofern möchte ich Ihnen erst einmal meine Anerkennung dafür aussprechen, dass Sie dieses Wagnis eingegangen sind, obwohl Sie wissen, dass die profeministischen Kräfte in unserer Gesellschaft ungleich größer, stärker, potenter und wirkungsvoller sind, als das bisherige Engagement einiger zersplitterter Männergruppen. Ich denke, Sie haben gerade deshalb herausfordernd gewagt sich „Interessengemeinschaft Antifeminismus“ zu nennen. Wie man sieht mit Erfolg.

Was mich jedoch deutlich wundert ist, mit welcher Vehemenz dieses „Anti“ bekämpft wird. Es muss fürchterliche Ängste hervorrufen, anders kann ich mir die irrationalen, ja destruktiven und undemokratischen Reaktionen mancher Menschen nicht erklären. In der Lehre gehören These, Antithese und Synthese zum guten Ton einer thematischen Auseinandersetzung, nur nicht in der Frauenfrage.


Hier findet man den vollständigen Text.

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Montag, Juni 27, 2011

"Tagesspiegel" berichtet über AGENS-Veranstaltung im WZB

Andrea Dernbach, die vergangene Woche noch verkündet hatte, der Antifeminismus renne womöglich längst offene Tore ein, wundert sich heute, warum das WZB überhaupt so massiv AGENS-Leute, also Kritiker der herrschenden Geschlechterpolitik, aufs Podium lasse. Ähnlich einseitig ist der Rest ihres Artikels gestrickt, aber dass Leute mit neuen Ansätzen erst mal einen Großteil der Medien gegen sich haben werden, wussten wir von Anfang an.

Die Debatte jedenfalls ist eröffnet. Und es kann keine Rede von dem sein, was Simone Schmollack kürzlich zu suggerieren versuchte: dass sich doch kaum ein Mensch für Feminismuskritik interessiere. Tatsächlich war der Saal berstend voll; heute Morgen mussten sogar die Anfragen weiterer Journalisten abgelehnt werden, weil auch der letzte Platz ausgebucht war. Weitere Berichte über die Veranstaltung werden folgen.

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"Der Antifeminist sieht sich als moderner Mensch"

In der Schweiz hält das Medieninteresse an den Feminismuskritikern an. Heute berichtet wieder einmal der Tages-Anzeiger:

Sein Familienmodell ist für Stüssi der Beweis, dass er und seine Mitstreiter nicht die Ewiggestrigen sind, zu denen die Gegnerinnen die IGAF gerne stempeln. «Wir sind moderne Männer, nicht Machos. Männer, die kochen und wickeln können und auch mal einen Knopf ‹aabüeze›.» Die Frauen, ist er überzeugt, seien die, die am meisten von den Antifeministen profitierten. In der Tat klingen einige Ideen, die Stüssi in Bern einbringen will, fortschrittlich: Er verlangt Vaterschaftsurlaub und mehr Teilzeitarbeit für Männer. Bei Trennungen soll das gemeinsame Sorgerecht üblich sein. «Wir müssen wegkommen von der Geschlechterpolitik.»


Im nächsten Absatz folgen die wirklich fortschrittlichen Ideen Stüssis, die auf eine radikale Gleichberechtigung beider Geschlechter hinauslaufen. Das erscheint der Tages-Anzeiger-Journalistin aber offenbar allzu fortschrittlich, weshalb sie diese Vorschläge als "Kehrseite" bezeichnet. Offenbar wollen etliche Frauen wirklich nur das Beste aus beiden Welten: Wenn es ihnen nutzt, dann Gleichberechtigung, wenn es aber um die weiblichen Privilegien aufgrund der althergebrachten Rollenverteilung geht, dann sollen die Elemente daraus beibehalten werden. Das Problem der Männerrechtler ist nicht, dass sie zu reaktionär wären, sondern dass sie für unsere Gesellschaft zu progressiv sind.

Hier findet man den vollständigen Artikel.

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Samstag, Juni 25, 2011

Erster Medienbericht über Internationales Antifeminismustreffen

Radio Basel berichtet als erstes (und angenehm sachlich).

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Tagesspiegel: "Immer mehr Männer wehren sich"

Mit der AGENS-Veranstaltung im Wissenschaftszentrum Berlin und dem heutigen Zweiten Internationalen Antifeminismus-Kongress als Aufhänger berichtet Andrea Dernbach im Berliner Tagesspiegel über das Erstarken der Männerbewegung:

Jenseits der Grantler und Wutbürger hat sich in den letzten Jahren (...) etwas verschoben: Während inzwischen von links bis rechts praktisch akzeptiert ist, dass der Präsenz von Frauen in Machtposition notfalls auch nachgeholfen werden muss, mit Quote oder ohne, wehren sich immer mehr Männer dagegen, dass in Teilen des sogenannten Privaten noch altes Denken herrscht.


Gut, letzeres ist nur ein vergleichsweise kleiner Teilaspekt der Anliegen von uns Männerrechtlern, aber den hat Andrea Dernbach immerhin erkannt. Lustig finde ich allerdings zwei Passagen ihres Artikels. Die eine:

Dabei haben selbst Antifeministen offenbar vom Feminismus gelernt: „Freiwillig wird von den Feministen und -innen niemand ein Iota von seiner Macht abgeben“, schreiben wütende Männer etwa auf der durchaus nicht antifeministischen Schweizer Website „männer.ch“, wo der Zürcher Kongress heftig debattiert wurde. Oder: „Wer mit dem Feminismus kollaboriert, wird Teil des Problems.“ Da sind sie, die Denkfiguren des traditionellen Feminismus: Der Blick auf sich selbst als Opfer ungerechter Verhältnisse, Selbstermächtigung, die Machtfrage.


Es ist lässt mich schon ein wenig grinsen, wenn antifeministische Statements gerade von Mitgliedern einer Organisation zitiert werden, deren Chef sich noch heute angestrengt von den Antifeministen distanziert und ihnen auf dem heutigen Kongress ausrichten möchte, "warum wir (!) ihre Meinung nicht teilen". Mit dem Wort "wir" scheint mir der gute Markus Theunert den Mund etwas arg voll zu nehmen. Die Mitglieder seines Vereins nehmen den Feminismus offenbar längst viel kritischer wahr als er selbst.

Gegen Schluss ihres Artikels liefert sich Andrea Dernbach allerdings einen echten Brüller:

Womöglich rennt der Antifeminismus längst offene Scheunentore ein.


Ich warte gerne einen Moment, bis Sie sich von Ihrem Lachanfall erholt haben ...

Mal überlegen: Sobald eine Gleichstellungsbeauftragte den Feminismus kritisiert, wird sie rausgemobbt. In der Piratenpartei feuert man regelrechte Intrigen ab, um Feminismuskritiker wegzuekeln. In allen anderen bekannten Parteien ist Feminismuskritik oder das Eintreten für Männerrechte nicht einmal vorgesehen. Ähnlich armselig sieht es in den allermeisten Medien aus. Zeitungen wie die "taz" blockieren sogar die Artikel renommierter Mediziner wie Dr. Matthias Stiehler, wenn diese an der feministischen Glaubenslehre rütteln und die Herrschaft des frauenunterdrückenden Patriarchats zu leugnen beginnen. Und Bürgerrechtler, die feminismuskritisch auftreten, werden in windigen Pamphleten als Rechtsradikale verleumdet, mit denen auf gar keinen Fall diskutiert werden dürfe. So stellt sich Andrea Dernbach das Einrennen offener Tore vor.

Richtig ist, dass die Frauenbewegung offene Tore einrannte. Ihr Erfolg basierte auf der von der von Männern entwickelten Pille über den von Männern geprägten Wandel der industriellen zur Dienstleistungsgesellschaft bis zu den weit überwiegend von männlichen Steuerzahlern getragenen immensen Fördergeldern für Frauen aller Art. Die Männerbewegung muss die verschlossenen Tore erst mit regelrechten Rammböcken aufbrechen. Wo sich eine Frau auf archaische Rollenmuster verlassen kann, um von Männern Hilfe zu erhalten, war die Vorstellung von Männern als Opfer (und Frauen als Tätern) in unserem kollektiven Denken bislang nicht vorgesehen. Dass die Männerbewegung heute überhaupt so weit ist, wie sie ist, war allein dem (von Männern erfundenen) Internet zu verdanken, womit die feministisch geprägten "Gatekeeper" in den Medien umgangen und Informationen zielsicher verbreitet werden können. Ohne das Internet hätten wir geschlechterpolitisch noch immer das Jahr 1993. So kommt jetzt aber auch eine sichtlich feminismusverliebte Journalistin im "Tagesspiegel" nicht mehr umhin, über die immer unübersehbare Tatsache zu berichten, dass wir Männer uns endlich zu wehren beginnen.

So zeichnet sich auch im ulkigen Schluss von Dernbachs Artikel deutlich ab, in welcher fortgeschrittenen Phase der Etablierung eines neuen Konzeptes wir uns mittlerweile befinden. Anfangs werden solche Konzepte immer ignoriert. Danach macht sich das Establishment darüber lustig. Wenn das auch nichts hilft, werden diese Konzepte erbittert bekämpft. Und zuletzt war eigentlich jeder immer schon dafür ...

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Auch Ägyptens Männer protestieren gegen Diskriminierung

Wie ich in vergangenen Jahren immer mal wieder in meinem Blog Genderama gezeigt habe, ist die Männerbewegung längst ein internationales Phänomen. Das trifft auch auf Länder zu, wo man weniger damit gerechnet hätte. Kaum können etwa in Ägypten politische Demonstrationen stattfinden, sind auch dort die Männerrechtler auf der Straße. Weniger überraschend – sie haben dieselben Probleme wie die Männer in Deutschland:

About ten men gathered on Tuesday in front of the Cabinet offices to protest the law which grants mothers child custody in cases of divorce. Rami Imam, a Television director, says fathers are allowed only three hours a week with their children when the mother has custody.

The men standing held a banner reading “Egyptian men’s revolution for changing family laws”. Walid Zahran, a lawyer and the founder of the Egyptian Men’s Revolution Movement, says they are planning on setting up an NGO to defend men’s rights and to fight for changing the family laws which only benefit women when it comes to child custody.


Hier geht es weiter.

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Freitag, Juni 24, 2011

Tagesspiegel: "Hier ärgerliche Frauen, dort ausgelaugte Männer"

Ich wollte heute eigentlich gar nicht so viel bloggen, aber der "Sommer der Männerbewegung" hält einen ganz schön auf Trab. :-) Inzwischen interviewt der Berliner Tagesspiegel Monika Ebeling zu AGENS, der Dialogunfähigkeit des Feminismus und zum Überflüssig-Werden von Gleichstellungspolitik.

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Donnerstag, Juni 23, 2011

"Wir Frauen müssten jetzt drei Jahre lang schweigen"

Kurz vor ihrem Auftritt beim Zweiten Internationalen Antifeministen-Treffen hat der Schweizer Tages-Anzeiger Monika Ebeling im Interview.

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Umfrage: Fast ein Viertel der Männer fühlt sich benachteiligt – doppelt so viele wie Frauen

Während die Politik noch immer in ihrem feministischen Dornröschenschlaf vor sich hin schlummert, beginnen die Medien ganz allmählich aufzuwachen – zumindest in der Schweiz. Dort heißt es in einem Artikel von heute:

Während die Frauen neulich am Frauentag erneut für mehr Lohn trillerten, pfeifen die Schweizer Männer bald aus dem letzten Loch. Fast ein Viertel von ihnen gibt an, sich aufgrund ihres Geschlechts eher benachteiligt zu fühlen, für 12 Prozent ist die Benachteiligung sogar eindeutig. Bei den Frauen sind es heute nur halb so viele. (...) Es ist offensichtlich: Die Gleichstellungsfrage muss aus einer neuen Perspektive betrachtet werden – aus jener der Männer.


Hier fndet man den vollständigen Artikel.

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Dienstag, Juni 21, 2011

Schweizer Medien laufen sich für Zweites Internationales Antifeminismustreffen warm

Einen fairen TV-Beitrag über die IGAF von drei Minuten Länge und mit deutschen Untertiteln findet man hier.

Währenddessen berichtet die Neue Zürcher Zeitung über Monika Ebeling und ihren Auftritt am nächsten Wochenende.

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Donnerstag, Juni 16, 2011

Renommierte Bildungsforscherin beklagt manipulative "Studie" der GEW

Thomas Gesterkamp und die Friedrich-Ebert-Stiftung scheinen nicht die einzigen Akteure zu sein, die feministische Ideologie als Wissenschaft verbrämt an den Mann (und vor allem die Frau) bringen wollen. Derselbe Vorwurf ergeht inzwischen gegen die "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft" (GEW), die mit ihrer als "Studie" herausgegebenen Schrift "Bildung und Geschlecht" die Benachteiligung von Jungen im Schulunterricht wegdiskutieren möchte. Diese Schrift wurde von dem der Männerbewegung nahestehenden Blog "Critical Science" allerdings nicht nur erbarmungslos als Missbrauch von Wissenschaft zerpflückt, dessen Verfasser Michael Klein forderte die Verantwortlichen für diesen Manipulationsversuch auch zur Rechtfertigung auf, was er durch eine E-Mail-Kampagne unterstützt:

Seit die Studie (...) näher untersucht wurde und dabei eine große Zahl von Fehlern, Unredlichkeiten und falschen Behauptungen zu Tage getreten ist, sind die Verantwortlichen auf Tauchstation gegangen. Schreiben von science watch an Anne Jenter und Ulf Rödde, die für die Studie verantwortlich sind, mit der Bitte, eine Reihe von Fragen, die die Studie aufgeworfen hat, zu beantworten, haben bislang nur zu dem Verweis von Ulf Rödde geführt, dass Anne Jenter hauptverantwortlich ist. (...) Macht also alle mit. Sagt es weiter. Verschickt die Mail an Bekannte, damit diese sich auch beteiligen können. Es geht darum, öffentliche Organisationen wie die GEW an den Maßstäben zu messen, die sie so gerne an andere anlegen. Es geht darum, die Wissenschaft aus den Fängen von Ideologen zu befreien, und es geht darum, durch öffentliche Kontrolle die Verbreitung falscher Informationen in Zukunft zu verhindern oder doch zumindest mit Kosten zu belegen.


(Diese Mailkampagne scheint übrigens durch immense Beteiligung gestützt zu werden.)

Wie gehen nun die Ideologen, die sich im herrschenden System eingegraben haben, normalerweise mit solcher Kritik um? Sie ignorieren sie – oft mit dem Scheinargument, sämtliche Kritiker dieser Form von Neosexismus seien "rechts" und damit nicht diskursfähig, was seinerseits durch wissenschaftlich ebenso fadenscheinige, ideologische Pamphlete gestützt werden soll. Hier beißt sich die Katze also in den Schwanz. Allerdings scheitert diese Strategie spätestens, sobald sich eine hierzulande durchgehend angesehene Bildungsforscherin wie Heike Diefenbach ebenfalls zu Wort meldet und die Kritik an der GEW in einem offenen Brief unterstützt, der an Klarheit nichts zu wünschen übrig lässt. Tatsächlich ist dieser Brief so lesenswert (und auch nicht unanständig lang), dass ich hier keine Absätze daraus als Zitat herausgreifen, sondern Ihnen die vollständige Lektüre absolut empfehlen möchte.

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Mittwoch, Juni 15, 2011

Berlin: AGENS reißt die Mauer ein

Nanu, werden Sie sich vielleicht nach dieser Überschrift sagen: Kommt AGENS damit nicht über zwanzig Jahre zu spät? Gewiss, es war bekanntlich im Jahr 1989, als die Berliner Mauer fiel, die etliche Familien auf unmenschliche Art voneinander trennte – ein in Stein gehauener politischer Skandal, der in zahllosen Büchern, Artikeln und TV-Berichten angeprangert wurde. AGENS geht es aber darum, dieselbe Aufmerksamkeit auf eine neue, unsichtbare Mauer zu richten, die Familienmitglieder auf nicht weniger unmenschliche Weise voneinander trennt und für manchen genauso unüberwindlich ist wie damals das Monstrum an der innerdeutschen Grenze. Es geht um die juristische Mauer, die täglich 400 Kinder zu Scheidungskindern macht, sich in der Regel zwischen diese Kinder und ihre Väter schiebt. 400 Kinder pro Tag: Eine unerhörte und bislang vielfach ungehörte Zahl.

Diese neue Mauer ist nicht weniger durch eine verheerende Ideologie entstanden als die alte. Und für viele sieht sie ebenso unüberwindlich aus, wie die Berliner Mauer noch in den achtziger Jahren aller Welt erschien. Wann diese neue Mauer fallen wird, kann heute noch niemand sagen. Aber AGENS wird sie schon einmal symbolisch zum Fall bringen und damit viele überhaupt erst auf dieses Bestreben aufmerksam machen. Und welcher Ort wäre dafür besser geeignet als der Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor und welcher Tag besser als der 17. Juli? (Vermutlich jeder und keiner, mailte mir hierzu inzwischen ein Leser meines Blogs, aber wir wollen uns mal nicht von Details aufhalten lassen.)

Dort steigt ab 14:00 Uhr unser "Event 400": ein Happening, bei dem eine Mauer aus 400 Steinen umstürzen und 400 bunte Luftballons als Zeichen von Freiheit, Hoffnung und der Überwindung von Grenzen in den Himmel steigen werden. Was bei dieser Veranstaltung sonst noch auf Sie wartet? Kommen Sie doch einfach vorbei und schauen Sie zu! Insbesondere Trennungskinder und -väter laden wir zur aktiven Teilnahme ganz herzlich ein.

Hier finden Sie den AGENS-Flyer zum Mauerfall.

Natürlich freuen wir uns auch sehr, wenn Sie diese Einladung oder einen Link darauf so weit wie möglich verbreiten.

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